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Pediküre selber machen: Studio-Ergebnis zu Hause
Eine Pediküre selber machen bedeutet mehr, als „nur“ die Nägel zu lackieren. Du arbeitest an einer Region, die viel Last trägt, zu Reibung neigt und bei falscher Pflege mit Schmerzen, Einrissen oder Entzündungen reagiert. Wer weiß, wie Hornhaut, Nagelhaut und Zehennägel aufgebaut sind, kann die Pediküre selbst machen, ohne der Hautbarriere zu schaden und sich dennoch über glatte Fersen, ebenmäßige Nägel und entspannte Füße freuen. Dieser Guide verbindet eine fundierte Pediküre Anleitung mit hautphysiologischem Hintergrundwissen und praxisnahen Profi-Tipps.
Was benötigt man, um eine Pediküre selbst zu machen?
Um eine Pediküre selbst machen zu können, brauchst du kein professionelles Studio-Setup, aber gut gewählte Basics:
- Eine Schüssel oder Wanne für ein Fußbad
- Badezusätze oder ein Fuß-Peeling, das Hautschüppchen löst
- Bimsstein, Hornhautraspel oder Hornhautfeile für die kontrollierte Hornhautentfernung
- Nagelschere oder Nagelknipser für Fußnägel und Zehennägel
- Feine Nagelfeile bzw. Feile für die Formgebung
- Rosenholzstäbchen und bei Bedarf Nagelhautentferner für den sensiblen Nagelrand
- Eine reichhaltige Fußcreme zum Eincremen und ein pflegendes Nagelöl
- Optional: Nagellack, Farblack, Base- und Topcoat Bei Druckstellen, Hühneraugen oder stark ausgeprägten Verhornungen können spezielle Tinkturen sinnvoll sein, die die Haut geschmeidiger machen. Wer sich unsicher ist, lässt sich einmal von einer erfahrenen Kosmetikerin oder Podologin beraten und setzt die Routine dann zu Hause fort.
Wie geht man bei der Pediküre richtig vor?
1. Vorbereitung: Fußbad und Peeling
Am Anfang steht ein warmes Fußbad. Es weicht Hornhaut an, reinigt und entspannt. Etwa zehn bis fünfzehn Minuten bei Körpertemperatur genügen. Zusätze mit Urea, pflanzlichen Ölen oder milden Fruchtsäuren unterstützen die Lösung von Hautschüppchen und können die Hornhautbildung regulieren.
Alternativ oder ergänzend sorgt ein Fuß-Peeling für einen sanften mechanischen Effekt. In kreisenden Bewegungen über Fersen, Ballen und Zehenrücken angewendet, verbessert es die Mikrozirkulation und macht die Oberfläche gleichmäßiger.
Wichtig: Die Füße anschließend gründlich abtrocknen, besonders zwischen den Zehen, um feucht-warme Milieus und damit Pilzrisiken zu vermeiden.
2. Hornhaut entfernen – aber kontrolliert
Jetzt folgt der Schritt, der den größten Unterschied im Hautgefühl macht: die Hornhautentfernung. Hornhaut ist zunächst Schutzreaktion auf Druck. Entfernst du zu viel, reagiert die Haut oft mit noch stärkerer Hornhautbildung. Für feine Verhornungen reicht meist ein Bimsstein. Bei etwas dickeren Schichten eignen sich Hornhautraspel oder Hornhautfeile mit feiner Körnung. Arbeite immer mit ruhigen, gleichmäßigen Bewegungen und wenig Druck, lieber in mehreren Durchgängen. Eine glasig dünn geschliffene Haut ist kein Qualitätsmerkmal, sondern eher ein Risiko für Risse und Entzündungen. Von scharfen Klingen ist ohne fundierte Schulung abzuraten. Verletzungen verheilen an den Füßen oft schlechter und können bis zu Nagelbettentzündungen oder tiefen Fissuren führen.
3. Zehennägel schneiden und feilen
Im nächsten Schritt widmest du dich den Zehennägeln. Nutze je nach Nageldicke Nagelschere oder Nagelknipser. Die Nägel sollten die Zehenkuppe leicht bedecken, nicht deutlich darunter enden. Entscheidend: die Nagelecken. Schneidest du sie zu stark heraus, steigt das Risiko für eingewachsene Nägel. Besser ist eine eher gerade Form mit weich abgerundeten Kanten, die du mit einer feinen Nagelfeile glättest. Immer in eine Richtung feilen, um die Nagelplatte nicht zu sehr aufzuspalten. Das Nagelbett sollte nicht schmerzen oder stark freiliegen. Spürst du Druck in Schuhen, lohnt sich eine professionelle Einschätzung der Nagellänge und -form.
4. Nagelhaut respektvoll behandeln
Die Nagelhaut ist kein „optischer Makel“, sondern ein Teil der natürlichen Barriere. Eine Pediküre richtig selber machen heißt, diese Schutzfunktion zu respektieren. Trage bei Bedarf einen milden Nagelhautentferner auf oder nutze ein pflegendes Öl. Nach kurzer Einwirkzeit lässt sich die weiche Haut mit einem Rosenholzstäbchen sanft zurückschieben. Auf Schneiden solltest du möglichst verzichten, da kleinste Verletzungen am Übergang zum Nagelbett schnell zu Entzündungen oder Nagelbettentzündungen führen. Rötungen, Schmerzen oder pulsierendes Gefühl sind Warnsignale. In diesem Fall die Behandlung sofort stoppen und gegebenenfalls medizinischen Rat suchen.
5. Nagellack als Option – nicht als Pflicht
Ob du Nagellack trägst oder nicht, ist eine reine Styling-Frage. Wenn du lackierst, entfettest du die Nageloberfläche kurz und trägst eine dünne Basecoat-Schicht auf. Danach folgen ein oder zwei Lagen Farblack und ein transparenter Überlack. So schützt du das Nagelbett vor Verfärbungen und der Lack bleibt trotz Socken und Schuhen länger glatt. Regelmäßige Lackpausen sind sinnvoll, besonders wenn du zu brüchigen Nägeln neigst oder bereits Irritationen am Nagelrand bemerkt hast. Eine professionelle Pediküre Anleitung wird dir nie suggerieren, dass ohne Farbe keine „fertige“ Pediküre existiert.
6. Abschluss: Eincremen und Nagelöl
Zum Schluss versorgst du die Haut mit einer reichhaltigen Fußcreme. Inhaltsstoffe wie Urea, Glycerin, Sheabutter oder pflanzliche Öle halten die Haut elastisch und beugen neuer, spröder Hornhautbildung vor. Nimm dir Zeit zum Eincremen und massiere besonders Fersen und Ballen. Ein wenig Nagelöl auf Nagelbett und Nagelhaut rundet die Pflege ab. Abends kannst du Baumwollsocken überziehen, damit die Wirkstoffe intensiv einziehen. So wird aus der Pediküre selber machen Anleitung ein kleines Regenerationsritual.
Worauf sollte man achten, wenn man die Pediküre selbst macht?
Wer eine Pediküre selbst machen möchte, sollte seine Grenzen kennen. Wichtig sind:
- Hygiene: Alle Tools nach Gebrauch reinigen und desinfizieren. So reduzierst du Keimlast und vermeidest Entzündungen.
- Vorerkrankungen: Bei Diabetes, Gefäßproblemen oder stark eingeschränktem Empfinden an den Füßen gehört jede invasive Bearbeitung in professionelle Hände.
- Hühneraugen und tiefe Verhornungen: Tiefe Hühneraugen nicht selbst ausschneiden. Wiederkehrende Druckstellen deuten auf Fehlbelastung oder nicht passende Schuhe hin.
- Schuhe und Alltag: Dauerhafte Verhornungen an bestimmten Stellen sind ein Hinweis auf Druckpunkte. Fußpflege ist immer auch Schuh- und Gangbildpflege.
Sobald Schmerzen, Rötungen, Nässen oder wiederkehrende Nagelbettentzündungen auftreten, ist der Gang zur Fachperson die hautgesunde Option.
Welche Tipps gibt es für die Pediküre?
Einige feinere Stellschrauben machen den Unterschied zwischen Basic-Routine und professionellem Ergebnis:
- Lieber häufiger und sanft als selten und radikal feilen.
- Fuß-Peeling und kurze Massagen nach dem Duschen halten Hautschüppchen in Schach und entlasten die große Session.
- Bewusstes Barfußgehen auf weichen Untergründen trainiert Muskulatur und entlastet Druckzonen, was die Hornhautbildung positiv beeinflusst.
- Bei Unsicherheiten zur Form der Zehennägel lohnt eine einmalige Analyse bei Podologin oder Kosmetikerin – das spart langfristig Probleme mit Nagelecken.
So wird Pediküre selber machen vom Pflichtprogramm zum durchdachten Selfcare-Ritual mit echtem Gesundheitsplus.
Häufig gestellte Fragen und Antworten zum Thema Pediküre
Wie oft sollte man eine Pediküre zu Hause machen?
Für die meisten reichen Intervalle von zwei bis vier Wochen. Bei schneller Hornhautbildung kannst du die Häufigkeit leicht erhöhen, solange du die Haut nicht überreizt.
Was ist besser: Bimsstein oder Hornhautfeile?
Ein Bimsstein ist ideal für leichte Verhornungen und empfindliche Haut. Eine feine Hornhautfeile arbeitet präziser bei stärkerer Hornhaut. Entscheidend ist die Technik: wenig Druck, mehrere kurze Durchgänge.
Wann brauche ich professionelle Hilfe statt DIY-Pediküre?
Bei anhaltenden Schmerzen, tiefen Rissen, wiederkehrenden Hühneraugen, eingewachsenen Nägeln oder Vorerkrankungen wie Diabetes solltest du eine medizinische Fußpflege oder ärztliche Praxis aufsuchen.






















